9. Summer School 2007
für klassische Naturheilkunde
- Berichte -

Rückblick auf die Summer School 2007
22. - 30. September 2007 in Überlingen am Bodensee

Blick direkt auf das schwäbische Meer, 25 Grad, strahlend blauer Himmel, wunderschöne Umgebung…. Das könnte die Anzeige eines Ferienprospektes sein… aber all das erwartete auch eine Gruppe von 26 Studentinnen und Studenten, die voller Erwartung nach Überlingen gereist waren, um mehr über die klassische Naturheilkunde zu erfahren. Vorab kann man schon sagen, dass diese Erwartungen nicht enttäuscht, sondern sogar übertroffen wurden.

Als Unterkunft bezogen wir entweder Top-Zimmer auf dem Klinikgelände oder in einer benachbarten Pension. Nach der Begrüßung wartete auch schon ein ausgefülltes, aber ebenso sehr gut durchgeplantes Programm auf uns. Dabei wurden wir ausführlich in alle wichtigen Gebiete der klassischen Naturheilkunde durch renommierte Dozenten eingeführt: Heilfasten, Anamnese in der Naturheilkunde, Phytotherapie, Körpertherapie wie Craniosacraltherapie und Shiatsu, Ernährungsmedizin, Balneologie und Ordnungstherapie. Bei einigen Punkten konnten wir auch eigene praktische Erfahrung mit nach Hause nehmen wie z.B. bei der Schröpfmassage oder dem Shiatsu.

Bereits im Vorfeld konnte man bei der Anmeldung angeben, ob man beim Heilfasten teilnehmen möchte - einem Spezialgebiet der Buchinger-Klinik Etwa die Hälfte der Studierenden in unserer Gruppe entschied sich dafür. Die übrigen Studenten konnten die sehr gesunde Vollwerternährung der bekannten Buchingerküche in Anspruch nehmen. An einem Mittag durften wir auch in Zusammenarbeit mit Köchen der Klinik das Mittagessen selbst zubereiten. Viele von uns dachten in diesem Zusammenhang auch über eine Ernährungsumstellung nach, hoffentlich bleibt ein Teil davon auch im Alltag erhalten.

Besonders in Erinnerung bleiben uns sicherlich die Kräuterwanderung. Dabei konnten wir uns einige Stunden bei strahlendem Sonnenschein durch einen Tobel ( Schlucht) bewegen und bewundern, was die Natur selbst an Therapiemöglichkeiten alles bietet. Ein weiteres Highlight der Woche war die Fahrt zu Rehaklinik Bad Waldsee. Dort erwarteten uns neben Einblicken in die Therapie der rheumatologischen und gynäkologischen Krankheiten auch verschiedene Massagetechniken und eine Selbsterfahrung der besonderen Art: Jeder Student durfte bestimmte Anwendungen selbst ausprobieren. Dabei waren z.B. Heusack, CO2-Trockenanwendung, Wechselguss, Moorpackung, und last but not least ein Moorbad – eine Erfahrung der besonderen Art.

Damit wir für jeden der 8 Tage auch perfekt gerüstet waren, fand jeden Morgen ein „Erwachen am Bodensee“ statt. Dabei stimmten wir uns mit Atemübungen, kleinen sportlichen Einlagen und Qigong direkt am Ufer des Bodensees auf die kommenden Stunden ein. Wunderbar, wie gut das tat. Zum Ausklang des Tages bot Grit uns jeden Tag verschiedene Entspannungstechniken (progressive Muskelentspannung, autogenes Training) an, die bei uns nach den zahlreichen Erfahrungen für einen sehr erholsamen Schlaf sorgten.

Neben den zahlreichen fachlichen Eindrücken hatten wir natürlich auch noch Zeit, uns gegenseitig in dieser Atmosphäre besser kennenzulernen und einige Freundschaften zu knüpfen.

Nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Organisatoren, der Klinik Buchinger am Bodensee und den Stiftungen Erich-Rothenfußer und EDEN, die uns diese sehr erlebnisreiche Summer-School überhaupt ermöglicht haben. Danke für diese unvergessliche Woche!

Tobias Bobinger, Universität Würzburg, 6. Semester Humanmedizin


Eine fastende Studentin berichtet...

Fasten-hören-sehen-schmecken-riechen-fühlen-spühren-machen-kochen-trinken-erfahren-fassen-erfassen-greifen-begreifen-denken-nachdenken

Eine Summerschool in der man tatsächlich alle seine Sinne auf eine ganz besondere Art und Weise einsetzen kann. Rund 25 Studenten, vorwiegend Mediziner, aus ganz Deutschland und der Schweiz haben sich auf die Reise an den Bodensee in die Buchinger Klinik begeben. Hier hatte man die Möglichkeit eine Woche lang mehr als an der Universität üblich über Naturheilkunde und insbesondere die Methode des Heilfastens zu erfahren. Obwohl die Klinik für ihre ausgezeichnete Küche bekannt ist, haben sich zwölf Teilnehmer freiwillig, manch einer mag das kaum glauben, dazu entschieden, das Heilfasten nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch kennen zu lernen. Fasten heisst entbehren. Entbehrung ist oft mit Zwängen verbunden und passt eigentlich nicht in unsere heutige Zeit des ständigen Genießens, Verbrauchens und Besitzenwollens. Dass aber aus einem bewussten Verzicht eine ganz neue Quelle der Kraft und der Befriedigung entstehen kann, begreift man vielleicht erst, wenn man sich getraut hat es selber zu erleben.

So kam denn für die zwölf "Faster" neben dem interessanten Vortragsprogramm, was eine bunte Palette der Naturheilkunde (Phytotherapie, Ordnungstherapie, Ernährungsberatung ??.) und praktische Unterrichtseinheiten in Shiatsu, Klangmassage, Qi Gong, Autogenem Training, Progressiver Muskelrelaxation oder einer Kochstunde mit dem Chefkoch bereithielt eine weitere, sehr intensive Praxiseinheit hinzu. Im Gegensatz zu den "Essern" begann der Tag auch schon mal mit einem Einlauf. Zuerst war der alleinige Gedanke daran doch für einige sehr befremdlich und äußerst unangenehm. Doch ist es immer hilfreich Prozeduren, die man später als Arzt Patienten selber einmal verordnen wird, an eigenem Leibe miterlebt zu haben. Weiter geht es dann mit dem etwas anderen Frühstück: Tee mit einem Löffel Honig! Dass Fasten die Sinne wieder schärft, zumindest die des Geschmacks, merkt man spätestens hier. Welch ein Genuss so ein Klecks Honig, eine Tasse Brühe, das "Mittagessen", oder ein frisch gepresster Saft, der die Abendmahlzeit ersetzt, bereiten kann, mag man vorher kaum glauben! Der alltägliche Mittagsschlaf mit Leberwickel tankt die Energiereservoires auf ganz besonders angenehme Art und Weise wieder auf. So war noch nicht einmal eine mehrstündige Kräuterwanderung durch den ??.. Tobel unter fachmännischer Führung ein Problem, sondern ein willkommener Ausflug in die wunderschöne, den Bodensee umgebende, Natur.

Einige "Faster" wurden allerdings während der Woche doch ein wenig blass um die Nase. Doch keiner hat den Löffel vorzeitig wieder in die Hand genommen. So stellten sich denn auch alle erfolgreich der wohl härtesten Probe der Woche: Bei einem Ausflug zur Bad Waldsee Therme war den "Essern" ein verlockendes Buffet bereitet worden. Den "Fastern" wurde hingegen asketische Zurückhaltung abverlangt. Belohnt wurde diese Zurückhaltung dann allerdings mit Kuranwendungen wie Moorpackungen, Heusäcken, Massagen und einem besonders stolzen Gefühl der Versuchung standgehalten zu haben. Das feierliche Fastenbrechen hatte man sich auf diese Weise dann auch doppelt verdient!

Abschließend ist zu sagen, dass es eine Woche mit unheimlich bereichernden Eindrücken, sowohl auf fachlicher als auch auf persönlicher Ebene war, die ich nur jedem Interessierten ans Herz legen kann!

Elisabeth Dettbarn, Charité Berlin, 9. Semester Humanmedizin

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